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19.01.2012

Heftige Vorwürfe von Mitarbeitern - Krätze im Altenheim schon länger bekannt?

Hinter der Krätze im südlichen Landkreis Augsburg steckt möglicherweise ein Skandal. Denn es mehren sich die Aussagen, dass die Verbreitung der Infektionskrankheit hätte verhindert werden können. Das bestätigen zumindest Mitarbeiter des Altenheims, in dem laut Augsburger Landratsamt der Krätzmilbenbefall ausgebrochen war, gegenüber Radio Augsburg. Den zwei Mitarbeiterinnen, die beide selbst infiziert sind, seien schon im Juli bzw. September letzten Jahres bei Bewohnern Ausschläge aufgefallen.

Das Heim musste  damals schon - so sagen die weiblichen Pflegekräfte - davon ausgehen, dass es sich um Krätze handelt, denn ein Mitarbeiter des Heims war vorher mit eben dieser Diagnose sechs Wochen lang krank geschrieben. Auf Nachfrage von Radio Augsburg teilte die zuständige Pressestelle des Altenheims an diesem Donnerstag allerdings mit, dass die Diagnose dieses Mitarbeiters nicht bekannt gewesen sei.

Die Mitarbeiterinnen berichten weiter, dass der Ausschlag  sich "immer weiter ausgebreitet" habe. Die Bewohner hätten über "schreckliche Schmerzen" geklagt, angeblich habe das Heim aber nicht reagiert und und nach diesen Aussagen auch trotz mehrmaligen Bittens der Mitarbeiter keinen Hautarzt kommen lassen. Die Pflegekräfte haben gegenüber Radio Augsburg auch berichtet, dass im Heim den Mitarbeitern mit Abmahnung gedroht worden sei, wenn sie das Wort "Krätze" in den Mund nähmen.

Von der in Berlin ansässigen Dussmann-Gruppe, zu der das Kursana in Bobingen gehört, heißt es, die erste Hautirritation sei erst im November - nicht im September -  festgestellt worden. Der Hautarzt stellte damals als Diagnose aber angeblich nur "Hautirritation/Juckreiz".  Fest steht: Die erste offizielle Diagnose „Krätzmilbenbefall“ gab es erst am letzten Freitag. Da haben sich die zwei Mitarbeiter an das Gesundheitsamt gewandt, das seither die Bewohner behandelt.