"Soko Spickel" war den Verdächtigen seit drei Wochen auf der Spur
Die "Soko Spickel" ist den am Donnerstag verhafteten mutmaßlichen Polizistenmördern seit drei Wochen auf der Spur gewesen. Das hat der Leiter der Sonderkommission, Klaus Bayerl, auf Nachfrage von Radio Augsburg bestätigt. Auch andere Einzelheiten sind jetzt bekannt geworden: Danach hat der 56jährige Mann, den die Staatsanwaltschaft als "Haupttäter" bezeichnet, tatsächlich 1975 in Augsburg einen Polizeibeamten aus dem Hinterhalt erschossen, um kurz vor einem geplanten Raubüberfall einer Fahrzeugkontrolle zu entgehen. Für diese Tat saß er 19 Jahre in Haft. Mehr Details und ausführliche O-Töne aus der Pressekonferenz im Polizeipräsidium sehen Sie jetzt hier in unserem Video.
Rund 700 Hinweise aus der Bevölkerung waren nach den tödlichen Schüssen vom 28. Oktober bei der Polizei eingegangen. Ursächlich für die Festnahme, so die Vertreter der Ermittlungsbehörden an diesem Freitag, war keiner - die ausgelobte Belohnung von 100.000 Euro wird also nicht zur Auszahlung kommen.
Noch in der Tatnacht war in der Nähe der Stelle, an der dem Polizisten Mathias Vieth und seiner Kollegin die sich verdächtig benehmenden Motorradfahrer zuerst aufgefallen waren, ein Pkw mit einem noch warmen Motor registriert worden. Zunächst maßen die Ermittler dieser Erkenntnis keine große Bedeutung bei, zumal der Wagen auf den Namen eines unbescholtenen Münchener Geschäftsmannes angemeldet war. Erst vor etwa drei Wochen wurde bei einer intensiveren Überprüfung festgestellt, dass dieser Geschäftsmann ein Verwandter der nun Festgenommen ist und diesen das Auto immer wieder ausgeliehen hatte. In der dann vorgenommenen Telefonüberwachung unterhielten die beiden Brüder sich verdächtig konspirativ - die Spur wurde heißer.
Im Rahmen der Festnahmen wurden bei den Verdächtigen 20 Schusswaffen sichergestellt, darunter mehrere Maschinenpistolen. Ob die Tatwaffen dabei sind, wird derzeit untersucht. Beide Männer schweigen bisher, allerdings sind dem älteren der beiden Verdächtigen, dem 58jährigen Bruder des Mörders von 1975, laut Staatsanwaltschaft eindeutige DNA-Spuren am Tatort zuzurechnen. Dennoch halten die Ermittler den 56jährigen Vorbestraften für den Haupttäter - warum, gaben sie aus ermittlungstaktischen Gründen nicht preis.
Beide Männer sind inzwischen dem Haftrichter vorgeführt worden. Sie sitzen jetzt in Untersuchungshaft.

