Bei der jüngsten Stichwahl in Augsburg ist eine auffällig hohe Differenz zwischen beantragten und tatsächlich abgegebenen Briefwahlstimmen zu verzeichnen, so die Augsburger Allgemeine. Von den insgesamt 60.000 Bürgern, die Briefwahlunterlagen erhalten hatten, machten rund 16.000 keinen Gebrauch von ihrem Stimmrecht – das entspricht mehr als einem Viertel der registrierten Briefwähler. Da die Unterlagen für die Stichwahl automatisch an alle versandt wurden, die bereits für den ersten Wahlgang Briefwahl beantragt hatten, landeten viele Zettel ungenutzt in den Haushalten.
Experten vermuten hinter dem geringen Rücklauf einerseits eine mangelnde Entscheidungswilligkeit zwischen den beiden verbliebenen Kandidaten, andererseits wird über eine zu knappe Zustellzeit diskutiert. Die Stadt Augsburg wehrte sich jedoch offiziell gegen die Kritik, dass die Unterlagen bei vielen Wählern gar nicht erst angekommen seien. Die Verwaltung betont, dass der Versand ordnungsgemäß erfolgt sei und etwaige Verzögerungen nicht im Verantwortungsbereich der Stadt gelegen hätten. Letztlich bleibt unklar, ob Desinteresse oder logistische Hürden den Hauptausschlag für die rund 16.000 fehlenden Stimmen gaben.