Innerhalb der Augsburger CSU zeichnen sich nach der jüngsten Niederlage bei der Kommunalwahl deutliche Spannungen ab. Wie Medienberichte der Augsburger Allgemeinen bestätigen, fordern Teile der Partei sowie die Junge Union Augsburg weitreichendere personelle Konsequenzen als bisher erfolgt. In einem offenen Brief an den Kreisvorsitzenden Volker Ullrich CSU sowie den Parteivorstand kritisieren mehrere Ortsverbandsvorsitzende und Vorstandsmitglieder, dass ein personeller Neuanfang ausgeblieben sei. Konkret richtet sich die Kritik gegen das Verbleiben von Oberbürgermeisterin Eva Weber und dem CSU-Fraktionsvorsitzenden Leo Dietz in ihren Ämtern.
Die Unterzeichner des Schreibens betonen, dass eine echte inhaltliche Neuausrichtung nach der CSU Augsburg Kommunalwahl ohne einen Austausch des Führungspersonals nicht glaubwürdig umsetzbar sei. Die Debatte fällt in eine sensible Phase, da derzeit Sondierungsgespräche zwischen der SPD und der CSU über künftige Mehrheiten und die Postenverteilung im Stadtrat geführt werden. Innerhalb der Partei gibt es jedoch auch Stimmen, die den Zeitpunkt und die Motivation des Briefes kritisch hinterfragen. Es steht der Verdacht im Raum, dass die Forderungen auch dazu dienen könnten, bisher nicht berücksichtigte Mitglieder im Stadtrat Augsburg Koalition zu positionieren. Die Eva Weber Rücktrittsforderung verdeutlicht jedoch die tiefe Unzufriedenheit an der Basis über den aktuellen Kurs und die ausbleibende Aufarbeitung der Wahlergebnisse.