Im Prozess um die getötete Mutter aus Haunstetten ist es erneut zu einer dramatischen Wende gekommen. Der Angeklagte, der bisher beharrlich geschwiegen hatte, brach nach rund drei Monaten sein Schweigen und lieferte eine Version der Tatnacht, die seinen „Ziehvater“ – den Ex-Lebensgefährten der Ermordeten – direkt als Schützen belastet.
Laut Angeklagtem habe nicht er selbst, sondern sein Ziehvater die Frau erschossen. Er selbst habe lediglich vor dem Haus Wache stehen sollen. Nachdem er die Schüsse im Haus gehört habe, sei der Ziehvater herausgekommen und habe ihm die Waffe in die Hand gedrückt. Der Angeklagte gab an, die Pistole in seine Mütze gewickelt und in einem Bach entsorgt zu haben.
Ursprünglich sei gar kein Mord geplant gewesen. Man habe lediglich den Garten verwüsten und Graffiti an die Wand sprühen wollen, um die Mutter einzuschüchtern. Auf dem Weg zum Tatort habe der Ex-Partner zudem das Handy des Ziehsohns aus dem Fenster geworfen.
Der Angeklagte behauptet, er sei massiv unter Druck gesetzt worden. Der Ex-Lebensgefährte habe gedroht, seinen Geschwistern dasselbe anzutun wie der Mutter, sollte er den Vorfall verraten.
Diese Aussage folgt unmittelbar auf die Festnahme des Ex-Lebensgefährten am Dienstag wegen des Verdachts auf Anstiftung zum Mord. Während der Ziehvater schweigt, muss das Gericht nun prüfen, wie glaubwürdig die belastenden Schilderungen des „Ziehsohns“ sind.