In einer koordinierten Aktion hat die Polizei Durchsuchungen am Donnerstag an drei Schulstandorten in Mindelheim, Babenhausen und Krumbach sowie in mehreren Wohngebäuden durchgeführt. Im Zentrum der Ermittlungen stehen Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 13 und 15 Jahren, denen eine Vielzahl von Straftaten zur Last gelegt wird. Die Schulen werfen den Angeklagten vor, andere Personen systematisch bedroht, beleidigt und körperlich verletzt zu haben. Besonders schwer wiegt der Verdacht, dass Teile dieser Taten gefilmt und anschließend über Messengerdienste in sozialen Netzwerken verbreitet wurden. Bei den Razzien konnten die Beamten Beweismittel sicherstellen, darunter ein Messer, eine Softair-Waffe sowie eine Schreckschusswaffe.
Das Polizeipräsidium sieht in diesem Vorgehen ein wichtiges Signal gegen wachsende Gewaltbereitschaft im schulischen Umfeld. Insbesondere an der Mittelschule Mindelheim wurden potenziell betroffene Schüler explizit dazu aufgerufen, sich als Zeugen oder Opfer bei den Dienststellen zu melden. Die Auswertung der beschlagnahmten Mobiltelefone soll nun weiteren Aufschluss über das Ausmaß der Taten und den Kreis der Beteiligten geben. Dieser Fall von Jugendkriminalität Schwaben verdeutlicht die Problematik von Gewaltvideos im digitalen Raum. Durch die Polizeirazzia Schule Mindelheim und an den weiteren Standorten soll der Schutzraum Schule wiederhergestellt werden. Die Ermittlungen wegen Körperverletzung und Verstößen gegen das Waffengesetz dauern an.