Anklage nach Hammer-Attacke in Friedberg: Generalstaatsanwaltschaft sieht rassistisches Motiv

04. März 2026 , 13:01 Uhr

Nach dem Angriff auf zwei Schüler an einer Mittelschule in Friedberg hat die Generalstaatsanwaltschaft München offiziell Anklage gegen einen 15-Jährigen erhoben. Die Ermittler werfen dem Jugendlichen versuchten Mord vor und stufen die Tat als extremistisch und rassistisch motiviert ein.

Die Generalstaatsanwaltschaft München hat die Ermittlungen zum gewaltsamen Übergriff an der Mittelschule Friedberg abgeschlossen und offiziell Anklage gegen einen 15-jährigen Schüler erhoben. Der Vorfall, der sich im vergangenen Oktober ereignete, wird von der Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) als versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung in jeweils zwei Fällen gewertet. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft handelte der Jugendliche aus einer extremistischen und rassistischen Gesinnung heraus.

Der Angreifer soll am Tattag in einer an eine Wehrmachtsuniform erinnernden Bekleidung inklusive Helm auf dem Schulgelände erschienen sein. Bewaffnet mit einem Hammer und einer Soft-Air-Pistole attackierte er gezielt zwei Mitschüler mit irakischen beziehungsweise kosovarischen Wurzeln. Die Opfer erlitten dabei leichte bis mittelschwere Verletzungen. Ob es zu einem Hauptverfahren kommt, entscheidet nun die Jugendkammer des Landgerichts Augsburg. Der Verdächtige befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft; bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Generalstaatsanwaltschaft München Landgericht Augsburg Mittelschule Friedberg Rechtsextremismus versuchter Mord

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