In der Debatte um die Reform der Erbschaftssteuer positionieren sich die regionalen Wirtschaftsmächte IHK Schwaben und die Handwerkskammer (HWK) Schwaben klar gegen die aktuellen Forderungen der SPD. Der Vorstoß, Betriebsvermögen künftig stärker zu besteuern, gefährde laut den Kammern das Fundament des schwäbischen Mittelstands.
Das Hauptargument der Wirtschaftsvertreter: Vermögenswerte wie Produktionsanlagen, Grundstücke und Lagerhallen sind kein liquides Kapital, sondern der notwendige Kern eines funktionierenden Betriebes. Eine höhere steuerliche Belastung im Erbfall könnte:
Unternehmen in existenzbedrohende finanzielle Schieflagen bringen.
Die notwendigen Investitionen in moderne Technik und Nachhaltigkeit blockieren.
Im schlimmsten Fall zur Abwanderung von Betrieben ins Ausland führen.
Besonders brisant ist die Diskussion aufgrund des demografischen Wandels. In den kommenden Jahren steht in zahlreichen Unternehmen in Schwaben der Generationswechsel aus Altersgründen an. Eine zusätzliche steuerliche Hürde würde diese ohnehin komplexe Phase der Betriebsübergabe erheblich erschweren.
Unterstützung erhalten die Kammern von höchster Stelle: Bundeskanzler Friedrich Merz hat den Plänen der SPD vorerst eine klare Absage erteilt. Damit bleibt die aktuelle steuerliche Behandlung von Betriebsvermögen zwar ein politischer Zankapfel, eine kurzfristige Umsetzung der Verschärfungen scheint jedoch vom Tisch. Für die Unternehmer in der Region bedeutet dies vorerst Planungssicherheit für ihre Nachfolgekonzepte.
(Foto: Die IHK Schwaben am Theodor-Heuss-Platz in Schwaben)