Vorurteile, Pauschalaussagen und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit stehen im krassen Gegensatz zum christlichen Glauben. Das betont Bischof Bertram Meier in seinem Hirtenwort zur Fastenzeit, das an diesem Wochenende in allen Kirchen verlesen wird. Wir leben in einer Zeit, in der gläubige Menschen sich zunehmend isoliert fühlen, sagt der Bischof. Die einen vermeiden jegliches Gespräch darüber, andere reagieren aber auch kompromisslos und solidarisieren sich mit Menschen, die die gute alte Zeit herbeiwünschen, in denen unsere Gesellschaft noch nicht so bunt war. Dabei geraten sie oft in ein schwarz-weiß-Denken und kanzeln ganze Gruppen ab, so der Bischof. Die Konsequenzen seien Polarisierung und Ausgrenzung, sagt Meier. Er fordert alle Christen daher auf, nüchtern und wachsam zu sein.
Gleichzeitig bezieht er sich auch auf die alte Tradition, sich selbst einer körperlichen und psychischen Grenzerfahrung auszusetzen, um zu sich selbst zurückzufinden. So wie Jesus 40 Tage in der Wüste gefastet und gebetet hat, um zu entdecken: was will und brauche ich in meinem Leben wirklich und welche Rolle spielt Gott in meinem Leben?