Listen-Beben in Augsburg: Wähler wirbeln Stadtrats-Reihenfolge kräftig durcheinander

12. März 2026 , 07:47 Uhr

Das bayerische Wahlsystem mit Panaschieren und Kumulieren hat in Augsburg erneut für faustdicke Überraschungen gesorgt. Zahlreiche Kandidaten wurden von den Bürgern weit nach vorne gewählt und überholten prominente Platzierungen. Während einige Referenten Federn lassen mussten, feierten prominente Nachzügler ein beeindruckendes Comeback.

Das vorläufige amtliche Endergebnis der Augsburger Stadtratswahl verdeutlicht die enorme Macht der Wählerstimmen: Durch gezieltes „Häufeln“ (Kumulieren) haben die Bürger die von den Parteien vorgeschlagene Reihenfolge in vielen Fällen komplett auf den Kopf gestellt. Besonders spektakulär ist der Sprung von Claudia Roth (Grüne), die von Listenplatz 53 auf Rang 12 vorrückte. Auch CSU-Chef Volker Ulrich konnte durch die Gunst der Wähler massiv Boden gutmachen: Er kletterte von Platz 30 auf Platz 7 und sicherte sich damit souverän seinen Sitz im neuen Stadtrat.

Weniger erfreulich verlief der Wahlabend für einige amtierende Referenten der Stadtregierung. Wirtschaftsreferent Wolfgang Hübschle rutschte von Platz 10 auf Rang 19 ab, und auch Ordnungsreferent Frank Pintsch wurde von Platz 8 auf 13 durchgereicht. Da die CSU insgesamt Mandate verlor, führen solche Verschiebungen dazu, dass sicher geglaubte Sitze am Ende der Liste plötzlich verloren gehen. Diese Ergebnisse zeigen deutlich, dass Bekanntheit und persönliches Profil in Augsburg oft schwerer wiegen als die strategische Platzierung durch die Parteigremien. Der Wahlausschuss wird das abschließende Ergebnis am kommenden Freitag offiziell feststellen.

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