Mordfall Haunstetten: Belastendes Mützen-Indiz bringt Angeklagten in Erklärungsnot

12. März 2026 , 07:42 Uhr

Die Schlinge zieht sich zu: Blutspuren auf einer Mütze belasten den mutmaßlichen Schützen im Haunstetter Mordprozess schwer. Da der Angeklagte behauptete, die Spuren stammten von Handwerksarbeiten Monate vor der Tat, die Mütze zu diesem Zeitpunkt aber noch gar nicht im Handel war, gerät seine Verteidigungsstrategie ins Wanken.

Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer 30-jährigen Mutter in Augsburg-Haunstetten im Mai 2024 verdichten sich die Indizien gegen den 29-jährigen Angeklagten. Das Verfahren am Landgericht Augsburg konzentriert sich aktuell auf ein zentrales Beweisstück: eine Mütze des Beschuldigten, auf der Forensiker Blutspuren des Opfers sichergestellt hatten.

Der Angeklagte, ein Bekannter des Ex-Partners der Frau, versuchte die Spuren mit früheren Reparaturarbeiten im Haus des Opfers im August 2024 zu erklären. Doch die Ermittler konfrontierten ihn nun mit einer erdrückenden Entdeckung: Nachforschungen beim Hersteller ergaben, dass das spezifische Mützenmodell erst im Herbst 2024 – und damit Monate nach dem behaupteten Zeitraum – auf den Markt kam. Auf diesen eklatanten Widerspruch reagierte der Angeklagte im Gerichtssaal mit beharrlichem Schweigen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, die Frau mit vier Kopfschüssen in ihrer Wohnung getötet zu haben, während ihre drei Kinder im Haus waren. Das Gericht hat zahlreiche weitere Verhandlungstage angesetzt, um die Hintergründe der Tat, die möglicherweise im Umfeld des Ex-Partners liegen, vollständig aufzuklären. Ein Urteil in dem komplexen Indizienprozess wird für Mitte Juni 2026 erwartet.

Das könnte Dich auch interessieren

12.03.2026 Tödliches Zechen an der Donau? -Prozess wegen unterlassener Hilfeleistung startet Was geschah in der verhängnisvollen Nacht am Donauufer bei Donauwörth? Ab Donnerstag muss sich ein junger Mann vor Gericht verantworten, der seinen Freund einfach beim Ertrinken allein gelassen haben soll. Trotz lautstarker Hilfeschreie soll der Angeklagte den Heimweg angetreten haben – ohne Hilfe zu rufen. 12.03.2026 Schwerer Unfall auf der B17: Pkw unter Sattelzug eingeklemmt – Fahrer schwerverletzt Schwerer Crash bei Kriegshaber: Nach einer Kollision zwischen einem Pkw und einem Sattelzug war die B17 in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag voll gesperrt. Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit über 40 Kräften im Einsatz, um das Opfer aus dem Wrack unter dem Lkw-Auflieger zu retten. Erfahren Sie alles zum dramatischen Einsatzverlauf. 12.03.2026 Abschied von einer Kult-Institution: Augsburger Kneipe „Brez’n“ schließt ihre Pforten Ein herber Verlust für die Augsburger Kneipenkultur: Die „Brez’n“ in der Wallstraße stellt den Betrieb ein. Direkt hinter dem Königsplatz gelegen, war die Kneipe jahrelang ein fester Anlaufpunkt für Originale, Nachtschwärmer und Fußballfans. Nun zieht der Inhaber einen Schlussstrich – aus persönlichen Gründen. 12.03.2026 Urteil erwartet: Prügelattacke auf schwules Paar in der Augsburger Maxstraße Nach einer brutalen Auseinandersetzung in der Augsburger Maximilianstraße blickt die Stadt am Donnerstag gespannt auf das Landgericht. Im Prozess gegen fünf junge Männer – unter ihnen der einschlägig vorbestrafte Haupttäter vom Königsplatz – wird am Mittag das Urteil verkündet. Es geht um Körperverletzung, Provokation und die Frage nach einem homophoben Motiv.