War es ein indirekter Femizid? Mordprozess nach tödlichen Schüssen in Haunstetten startet am Montag

02. Februar 2026 , 07:57 Uhr

Prozessauftakt am Landgericht: Neun Monate nach den tödlichen Kopfschüssen auf eine 30-jährige Mutter aus Haunstetten muss sich ein Freund ihres Ex-Partners wegen Mordes verantworten. Der Angeklagte schweigt bisher zu den schweren Vorwürfen.

Am Montag beginnt vor dem Landgericht Augsburg der Prozess um ein Gewaltverbrechen, das im vergangenen Jahr den Stadtteil Haunstetten erschütterte. Auf der Anklagebank sitzt ein 29-jähriger Mann. Ihm wird vorgeworfen, eine Mutter in ihrem eigenen Wohnhaus durch vier gezielte Schüsse getötet zu haben. Besonders tragisch: Eines der Kinder des Opfers soll die Tat laut Ermittlungsakten mit angesehen haben.

Die Hintergründe der Tat zeichnen das Bild eines eskalierenden Beziehungsdramas. Das Opfer hatte sich kurz vor der Tat endgültig von ihrem langjährigen Partner getrennt, dem Vater zweier ihrer Kinder. Diese Beziehung wurde im Vorfeld als „toxisch“ beschrieben, geprägt von mehrfachen Trennungen und Versöhnungen. Der Angeklagte wiederum gilt als enger Vertrauter und laut Medienberichten als eine Art „Ziehsohn“ des Ex-Partners.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Ex-Partner den 29-Jährigen ursprünglich damit beauftragt hatte, die Frau nach der Trennung auszuspionieren. Diese Überwachung gipfelte schließlich in der tödlichen Attacke. Im Prozess soll nun geklärt werden, inwieweit der Angeklagte auf eigene Faust handelte oder ob die Tat eine direkte Auftragsarbeit war.

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