Die Freilichtbühne am Roten Tor in Augsburg bleibt aufgrund gravierender baulicher Mängel voraussichtlich für mehrere Jahre geschlossen. Untersuchungen haben ergeben, dass sowohl die Bühne als auch der Unterbau der Zuschauertribüne in einem Zustand sind, der keine weiteren Aufführungen zulässt. Diese Entwicklung hat unmittelbare Auswirkungen auf den kulturellen Spielplan: Geplante Konzerte entfallen, und bereits erworbene Tickets müssen teilweise zurückgegeben werden.
Als Alternative für Konzert- und Musicalaufführungen dient das Gaswerkgelände in Oberhausen, auf das die Produktionen ausweichen sollen. Für groß angelegte Opernaufführungen konnte bisher jedoch keine geeignete Ausweichstätte gefunden werden.
Die kurzfristige Schließung sorgt für politische Spannungen. Vertreter der Opposition werfen der Stadtregierung vor, den Sanierungsbedarf bereits länger gekannt, aber aus wahlpolitischen Gründen verschwiegen zu haben. Iris Steiner, Oberbürgermeisterkandidatin von FDP und ProAugsburg gegenüber Radio Augsburg
Auch Vertreter der SPD äußerten den Verdacht, dass die hohen Sanierungskosten und der marode Zustand der Freilichtbühne am Roten Tor bewusst nicht vor der Wahl kommuniziert wurden. Durch dieses Zögern sei es nun deutlich schwieriger, rechtzeitig adäquate Ersatzspielstätten für alle Sparten des Staatstheaters zu organisieren.