Am heutigen Donnerstag beginnt der Prozess gegen einen jungen Mann, der seinen Freund bei Donauwörth nicht vor dem Ertrinken gerettet haben soll. Die beiden Kumpels saßen gemeinsam am Donauufer und konsumierten Alkohol, als einer von ihnen unter ungeklärten Umständen in den Fluss stürzte. Erst nach einer mehrtägigen Vermisstensuche wurde der Leichnam des Verunglückten an der Staustufe bei Bertoldsheim angespült. Laut Anklage soll der Angeklagte die verzweifelten Hilfeschreie seines Freundes im Wasser noch gehört, dann aber dennoch allein den Heimweg angetreten haben. Besonders schwer wiegt der Vorwurf, dass er in der Folgezeit keinerlei Rettungskräfte oder die Polizei verständigte. Das Gericht muss nun klären, warum der junge Mann trotz der offensichtlichen Lebensgefahr seines Begleiters keine Hilfe suchte. Der Prozess soll Licht in die Geschehnisse jener Nacht bringen und klären, inwieweit der Kumpel für den Tod seines Freundes rechtlich zur Verantwortung zu ziehen ist.