Am Augsburger Landgericht geht heute ein hochsensibler Prozess zu Ende: Gegen Mittag wird das Urteil gegen fünf junge Männer erwartet, die im vergangenen Sommer ein schwules Paar in der Maximilianstraße attackiert haben sollen. Der Fall sorgt nicht nur wegen der Tat an sich für Aufsehen, sondern auch wegen der Person des Hauptangeklagten: Es handelt sich um jenen Mann, der bereits durch den tödlichen Schlag am Augsburger Königsplatz bundesweit in die Schlagzeilen geraten war.
Die Staatsanwaltschaft plädiert auf Freiheitsstrafen zwischen drei und sechs Jahren. Für die Anklage steht fest, dass die Tat aus einem homophoben Motiv heraus geschah – die Opfer seien gezielt aufgrund ihrer Sexualität angegriffen worden. Die Verteidigung zeichnet hingegen ein anderes Bild: Sie bestreitet einen Hass-Hintergrund und wirft die Frage auf, inwieweit das Paar die Gruppe zuvor provoziert oder gar selbst attackiert habe. Die Kammer muss nun entscheiden, ob es sich um eine gezielte Hass-Tat oder eine beidseitige Eskalation handelte. Das Urteil gilt als wegweisend für den Umgang mit Gewalt gegen die LGBTQ+-Gemeinschaft im öffentlichen Raum.