Ein jahrzehntelanger Traum des Architekten Antoni Gaudí ist Realität geworden: Die Sagrada Família in Barcelona hat mit der Vollendung ihres Hauptturms das Ulmer Münster als höchsten Kirchturm der Welt abgelöst. Gestern wurde das letzte Segment des gigantischen Kreuzes auf dem „Turm Jesu Christi“ montiert. Damit erreicht die Basilika ihre endgültige Rekordhöhe von 172,5 Metern und überragt das Ulmer Münster (161,53 Meter) um stolze elf Meter.
Besonders stolz darf man im bayerisch-schwäbischen Gundelfingen sein: Das 17 Meter hohe und 13,5 Meter breite Turmkreuz wurde von der dort ansässigen Fassadenbau-Firma Joseph Gartner GmbH gefertigt. Die rund 100 Tonnen schwere Konstruktion aus Stahl, Glas und Ultra-Hochleistungsbeton ist sogar begehbar und bietet Platz für bis zu zwölf Personen.
Das Kreuz ist so konzipiert, dass es nachts von innen beleuchtet wird und Lichtstrahlen über ganz Barcelona aussendet. Die offizielle Einweihung des Turms ist für den 10. Juni 2026 geplant – pünktlich zum 100. Todestag von Gaudí. Während das Ulmer Münster den Titel nach 135 Jahren abgeben muss, bleibt es weiterhin die höchste Kirche Deutschlands.