Mit einer positiven Bilanz ist am vergangenen Sonntag das Augsburger Brechtfestival zu Ende gegangen. Nach Angaben der Stadtverwaltung und der Organisatoren war das Festival in diesem Jahr besonders gut besucht. Das Motto „Alle“ zog sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltungen und stellte die Sichtbarkeit marginalisierter Gruppen in den Fokus. Besonders viel Aufmerksamkeit erhielten dabei Produktionen und Diskussionen, die sich mit sensiblen Themen wie Sexualität und Elternschaft bei Menschen mit Behinderung auseinandersetzten.
Überschattet wurden die letzten Festivaltage jedoch vom Ausbruch des Krieges im Iran. Die Festivalleitung reagierte prompt: Co-Leiterin Sahar Rahimi, die selbst iranische Wurzeln hat, ergänzte das Programm kurzfristig um ein hochkarätig besetztes Podiumsgespräch. Gemeinsam mit weiteren Exil-Iranern beleuchtete sie die dramatische Lage vor Ort und schuf so einen Raum für politischen Diskurs inmitten des kulturellen Geschehens. Trotz der bedrückenden Weltlage ziehen die Verantwortlichen ein positives Fazit über die verbindende Kraft der Kunst. Wer das Spektakel verpasst hat, muss nicht lange warten: Das nächste Brechtfestival ist bereits für den kommenden Februar 2027 fest eingeplant.