Eine Frau aus Fremdingen wurde Opfer eines massiven Falls von „Romance Scamming“, bei dem sie eine Gesamtsumme von rund 1,5 Millionen Euro an eine internationale Betrügerbande verlor. Der Hauptangeklagte, ein Mann von der Elfenbeinküste, hatte ihr über einen längeren Zeitraum eine Liebesbeziehung vorgetäuscht, um sie zu zahlreichen Geldüberweisungen zu bewegen. Als das Opfer den Betrug schließlich bemerkte, änderte die Bande ihre Strategie und gab sich fälschlicherweise als Ermittler von Interpol aus, die den Fall angeblich aufklären wollten. Unter dem Vorwand, ein Verfahren einleiten zu können, forderten die Täter erneut einen fünfstelligen Betrag, worauf die Frau jedoch nicht mehr einging. Stattdessen erstattete sie Anzeige, was zu einer europaweiten Fahndung und schließlich zur Festnahme des Verdächtigen in Frankreich führte.
Das Amtsgericht Augsburg verurteilte den Täter nun zu einer Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren, die aufgrund der Schwere des Falls und der hohen Schadenssumme nicht zur Bewährung ausgesetzt wurde. Dieser Fall dient der Polizei als mahnendes Beispiel für die professionellen und emotional manipulativen Methoden moderner Internet-Betrüger. Trotz des Urteils bleibt die finanzielle Existenz des Opfers durch den enormen Verlust schwer erschüttert.