Die Zukunft der traditionsreichen Supermarktkette Feneberg steht am Scheideweg. Wie der Sanierungsgeschäftsführer gegenüber dem Bayerischen Rundfunk (BR) bestätigte, soll das Unternehmen nach der in der vergangenen Woche angemeldeten Insolvenz verkauft werden. Wer den Einzelhändler mit Sitz in Kempten übernimmt, ist derzeit noch völlig offen.
Feneberg betreibt zahlreiche Filialen in Schwaben und dem südlichen Bayern – darunter prominente Standorte wie in der Augsburger City-Galerie. Das Unternehmen ist besonders für seine enge Kooperation mit Edeka und seine profilierte Eigenmarke „Von Hier“ bekannt, die konsequent auf regionale Produkte setzt. Doch genau dieses Konzept geriet zuletzt unter Druck:
Verändertes Kaufverhalten: Aufgrund der allgemeinen Preissteigerungen wanderten viele Kunden zu günstigeren Discountern ab.
Wirtschaftliche Altlasten: Eine hohe Schuldenlast und einzelne unrentable Standorte belasteten die Bilanz.
Gewerkschaftskritik: Die Gewerkschaft wirft dem Management vor, notwendige Korrekturen über Jahre hinweg versäumt zu haben.
Für die vielen Mitarbeiter kam die Nachricht von der Insolvenz und dem anstehenden Verkauf überraschend. Ob und in welchem Umfang Filialen geschlossen werden müssen, steht derzeit noch nicht fest. Die Sanierungsexperten prüfen nun alle Optionen, um den Kern des Unternehmens und das geschätzte regionale Sortiment zu erhalten. Für Kunden in Städten wie Augsburg bleibt vorerst die Hoffnung, dass ein neuer Investor das Potenzial der Marke erkennt und die Nahversorgung sichert.