Das Urteil im Mordprozess Nina H. ist gefallen
Das Landgericht Augsburg hat das mit Spannung erwartete Urteil im Mordfall Nina H. verkündet. Der 30-jährige Angeklagte Gino F. wurde wegen des brutalen Verbrechens in Augsburg-Haunstetten zur Höchststrafe verurteilt.

Lebenslängliche Haft lautet das Urteil im Mordfall Nina H. für den Angeklagten Gino F, das heute Morgen am Augsburger Landgericht verkündet wurde. Zusätzlich stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest, das bedeutet, dass der Angeklagte auch nicht vorzeitig aus der Haft entlassen werden kann.
Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass Gino F. die dreifache Mutter Nina H. mit vier Schüssen in ihrer Wohnung in Haunstetten tötete. Die dreijährige Tochter fand ihre Mutter blutend am Boden und rief die Oma an. Der Expartner von Nina H. soll seinen Ziehsohn Gino F. beauftragt, ihm eine Waffe besorgt und ihm 1.000 Euro gezahlt haben. Vor Gericht hatte Gino F. den Expartner beschuldigt, seine Aussage kurz vor Ende des Prozesses aber zurückgezogen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Eine stille Kundgebung von Aktivistinnen vor dem Gerichtsgebäude fand zum Gedenken an Nina H. statt und brachte Solidarität mit ihrer Familie und ihren Vertrauten zum Ausdruck. Zugleich machte die Initiative auf die Folgen patriarchaler Gewalt aufmerksam.
Korrektur eines redaktionellen Fehlers: In einer früheren Fassung der Meldung hieß es fälschlicherweise „Vor dem Gerichtsgebäude protestierten Aktivisten, die härtere Strafen bei Femiziden forderten.“ Dieser Satz wurde korrigiert, da die Kundgebung einem anderen Zweck diente. Wir danken der Initiative „Femizide stoppen Augsburg“ für den Hinweis.
