Mordfall Haunstetten: Belastendes Mützen-Indiz bringt Angeklagten in Erklärungsnot
Die Schlinge zieht sich zu: Blutspuren auf einer Mütze belasten den mutmaßlichen Schützen im Haunstetter Mordprozess schwer. Da der Angeklagte behauptete, die Spuren stammten von Handwerksarbeiten Monate vor der Tat, die Mütze zu diesem Zeitpunkt aber noch gar nicht im Handel war, gerät seine Verteidigungsstrategie ins Wanken.

Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer 30-jährigen Mutter in Augsburg-Haunstetten im Mai 2024 verdichten sich die Indizien gegen den 29-jährigen Angeklagten. Das Verfahren am Landgericht Augsburg konzentriert sich aktuell auf ein zentrales Beweisstück: eine Mütze des Beschuldigten, auf der Forensiker Blutspuren des Opfers sichergestellt hatten.
Der Angeklagte, ein Bekannter des Ex-Partners der Frau, versuchte die Spuren mit früheren Reparaturarbeiten im Haus des Opfers im August 2024 zu erklären. Doch die Ermittler konfrontierten ihn nun mit einer erdrückenden Entdeckung: Nachforschungen beim Hersteller ergaben, dass das spezifische Mützenmodell erst im Herbst 2024 – und damit Monate nach dem behaupteten Zeitraum – auf den Markt kam. Auf diesen eklatanten Widerspruch reagierte der Angeklagte im Gerichtssaal mit beharrlichem Schweigen.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, die Frau mit vier Kopfschüssen in ihrer Wohnung getötet zu haben, während ihre drei Kinder im Haus waren. Das Gericht hat zahlreiche weitere Verhandlungstage angesetzt, um die Hintergründe der Tat, die möglicherweise im Umfeld des Ex-Partners liegen, vollständig aufzuklären. Ein Urteil in dem komplexen Indizienprozess wird für Mitte Juni 2026 erwartet.
