Sonnenfinsternis ohne Sonnenfinsternis-Brille beobachten: So baut Ihr eine Lochkamera

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An diesem Mittwoch ist in Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Wenn ihr keine geeignete Sonnenfinsternis-Brille mehr bekommen habt, könnt ihr das Naturschauspiel trotzdem sicher beobachten – mit einer selbst gebauten Lochkamera.

Wichtig: Schaut niemals direkt in die Sonne. Auch normale Sonnenbrillen, CDs, Rettungsdecken, Röntgenbilder oder andere improvisierte Filter bieten keinen zuverlässigen Schutz für Eure Augen. Ferngläser, Teleskope und Kameras dürft Ihr ebenfalls nicht ungefiltert auf die Sonne richten.

Eine Lochkamera ist schnell gebaut

Für eine einfache Lochkamera braucht Ihr nur wenige Materialien:

  • einen Schuhkarton oder eine andere lichtundurchlässige Box
  • Aluminiumfolie
  • ein Blatt weißes oder leicht durchscheinendes Papier
  • Klebeband
  • eine Nähnadel oder Reißzwecke
  • eine Schere

Je größer der Karton ist, desto größer kann der Abstand zwischen dem kleinen Loch und der Projektionsfläche sein. Das erleichtert die Beobachtung und verringert besonders bei Kindern das Risiko, versehentlich direkt in die Sonne zu schauen.

Schritt für Schritt zur eigenen Sonnenkamera

Zunächst macht ihr den Karton möglichst lichtdicht. Falls an den Seiten Licht eindringt, könnt ihr die entsprechenden Stellen mit Klebeband verschließen.

An einer Seite des Kartons befestigt Ihr ein kleines Stück Aluminiumfolie. Mit einer Nadel stecht Ihr dort ein sehr kleines Loch hinein. Das Loch sollte ungefähr ein bis zwei Millimeter groß sein. Je größer das Loch ist, desto unschärfer wird später das Bild.

Auf der gegenüberliegenden Seite befestigt ihr ein Stück weißes, leicht durchscheinendes Papier. Es dient als Projektionsfläche.

Jetzt könnt ihr die Lochkamera einsetzen: Haltet das kleine Loch grob in Richtung Sonne – ohne dabei durch das Loch in Richtung Sonne zu schauen. Das Sonnenlicht fällt durch die Öffnung und erzeugt auf dem Papier ein kleines Abbild der Sonne. Während der partiellen Sonnenfinsternis könnt ihr dort beobachten, wie der Mond langsam einen Teil der Sonnenscheibe verdeckt.

Besonders wichtig bei Kindern

Mit der Lochkamera beobachtet ihr die Sonne indirekt: Ihr schaut nicht in die Sonne, sondern ausschließlich auf das projizierte Bild. Trotzdem solltet ihr darauf achten, dass niemand versehentlich durch eine Öffnung des Kartons direkt zur Sonne blickt.

Eine große Box kann dabei helfen, den Abstand zwischen euch und der Öffnung zu vergrößern. Wenn ihr die Lochkamera mit Kindern bastelt, solltet ihr gemeinsam auf die richtige Handhabung achten.

Finger weg von vermeintlichen Alternativen

Wenn ihr keine Sonnenfinsternis-Brille habt, solltet ihr nicht auf improvisierte Lösungen zurückgreifen. Sonnenbrillen, CDs, Rettungsdecken, geschwärzte Gläser oder Röntgenbilder sind kein sicherer Ersatz. Auch durch ein Fernglas, Teleskop oder eine Kamera dürft ihr niemals ungefiltert in die Sonne schauen.

Eine selbst gebaute Lochkamera ist dagegen eine einfache Möglichkeit, das Ereignis indirekt zu verfolgen. Wenn ihr eine zertifizierte Sonnenfinsternis-Brille besitzt, achtet darauf, dass sie unbeschädigt ist und den erforderlichen Sicherheitsstandards entspricht.

Die wichtigste Regel bleibt: Schaut nie direkt in die Sonne – auch nicht für wenige Sekunden.

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von David Kempin
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