Stadt Augsburg strukturiert Schulbegleitung neu
Der Jugendhilfe-Ausschuss in Augsburg hat am Montag mehrere Beschlüsse gefasst. Sie alle haben das Ziel, Kindern und Familien frühzeitig und passgenau zu helfen, vorhandene Ressourcen wirksam einzusetzen und so die stark steigenden Kosten wieder in den Griff zu kriegen. Deshalb richtet die Stadt jetzt eine Taskforce zur Kinder- und Jugendhilfe ein, die bis zum Frühjahr erste Ergebnisse vorliegen will. Im Fokus steht vor allem das Thema Schulbegleitung.

Der Bedarf und damit auch die Ausgaben für Kinder- und Jugendhilfe in Augsburg steigen massiv an. Gleichzeitig hat die Stadt eine Haushaltssperre erlassen und muss sparen. Sie will daher gemeinsam mit den Trägern das Hilfesystem umbauen.
Die wichtigste Maßnahme betrifft die Schulbegleitungen, die immer mehr Kinder benötigen. Die Stadt will weg von einer Eins- zu Eins-Betreuung mit vielen verschiedenen Trägern. Stattdessen soll an den Schulen künftig ein festes Team arbeiten, dass alle Kinder mit Eingliederungshilfe gemeinsam betreut. Ein Betreuer begleitet künftig also mehrere Kinder. Nur wenn dies nicht ausreichen sollte, erhält ein Kind eine Einzelbegleitung. Das Modell soll stufenweise eingeführt werden, beginnend bei den Schulen mit den meisten Schulbegleitungen.
Zudem sollen die Kinder nicht jede Minute in der Schule begleitet werden, sondern nur dann, wenn sie auch wirklich Hilfe brauchen. Orientierungswert ist 80 Prozent der Unterrichtszeit. Bürgermeister Dirk Wurm: „Schulbegleitung soll Kindern helfen, möglichst selbstständig am Unterricht teilzunehmen. Das gelingt nicht, wenn jede Minute begleitet ist. Wir schauen deshalb genauer hin, welche Unterstützung ein Kind wirklich braucht.“
Kein Kind verliert aber seinen Anspruch auf Hilfe, versichert die Stadt Augsburg.
Die Neuregelung betrifft Schulbegleitungen des Jugendamts für Kinder mit seelischer Beeinträchtigung. Schulbegleitungen für Kinder mit körperlicher oder geistiger Behinderung, die der Bezirk Schwaben finanziert, sind nicht betroffen.
