Freie Wähler protestieren gegen mögliche Kürzungen im Fernverkehr für Augsburg
Die Freien Wähler aus Bayerisch-Schwaben warnen vor möglichen Kürzungen im Fernverkehr für Augsburg und haben sich deshalb an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder gewandt. Hintergrund ist die geplante Öffnung des deutschen Bahnmarktes für das italienische Unternehmen Italo und die möglichen Auswirkungen auf bestehende Verbindungen.

Die Freien Wähler aus Bayerisch-Schwaben haben sich in einem Schreiben an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder gewandt. Darin warnen sie vor möglichen Einschnitten bei der Fernverkehrsanbindung der Stadt Augsburg und fordern Klarheit über die künftige Entwicklung im deutschen Schienennetz.
Hintergrund ist ein Gutachten der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, das Auswirkungen des geplanten Markteintritts des italienischen Bahnunternehmens Italo untersucht. Demnach könnte der Einstieg von Italo in den deutschen Fernverkehr zu einer Verringerung bestehender Verbindungen führen. Allein für Augsburg stehen laut Analyse mehr als 40 Fernverkehrsverbindungen infrage. Der bayerische Digitalminister Fabian Mehring kritisierte die Entwicklung deutlich und bezeichnete sie als „Treppenwitz auf Schienen“.
Italo plant, ab frühestens 2028 auf deutschen Strecken zu fahren. Vorgesehen sind zunächst Verbindungen von München über Augsburg nach Berlin, Hamburg und Dortmund. Ob diese Pläne tatsächlich umgesetzt werden können, ist derzeit jedoch noch offen. Das Unternehmen fordert bei der Bundesnetzagentur Änderungen bei der Vergabe sogenannter Trassen. Diese bestimmen die Zeitfenster, in denen Züge bestimmte Strecken nutzen dürfen und sind entscheidend für den Zugang zum Schienennetz.
